TECHNIK

Der Milchviehbetrieb ist dank dieses Projektes in der Lage, seinen eigenen Stromverbrauch abzudecken. Der über Solarzellen gewonnene Strom wird dank der Vanadium-Redox-Flussbatterie (VRB) gespeichert und von den Milchrobotern sowie den anderen strombetriebenen Geräten (wie der Stallbeleuchtung, Reinigungsmaschinen usw.) des Betriebs nach Bedarf wieder abgenommen und verbraucht. Die Batterie vom Typ Cellcube FB10/100 wurde vom österreichischen Unternehmen Cellstrom (ein Unternehmen von Gildemeister) entwickelt.

„Die Redox-Flussbatterie ist an ein intelligentes Steuerungssystem angeschlossen, das den erzeugten Solarstrom genau dorthin steuert, wo der Ertrag am höchsten ist. Das kann direkt zum Milchviehbetrieb sein oder auch zur Batterie beziehungsweise ins Netz. Angenommen, morgen wird es ein sonniger Tag, dann reagiert das System darauf, indem es dafür sorgt, dass die Batterie bis dahin auf die wirtschaftlichste Weise entladen wird.” Jan Borgman.

Auf dem Dach des Liegeboxenstalls und des alten Anbindestalls sind derzeit 360 Quadratmeter Solarzellen installiert. Unter den in den Niederlanden vorherrschenden Bedingungen können Jan und Erna mit der heutigen Fläche jährlich rund 42.000 kWh Strom erzeugen. Ein Milchviehbetrieb mit 100 Kühen, der mit Milchrobotern arbeitet, hat einen Verbrauch von 50.000 bis 60.000 kWh pro Jahr.

 
Schiebedach 1 mit SDE Zuschuss  

Jan und Erna können die Energieproduktion und den Status der Batterie dabei fortlaufend überwachen: Die gemessene Temperatur, die prozentuale Auslastung der Batterie und der Energieaustausch mit dem öffentlichen Netz, alle diese Daten können genau abgelesen werden. Spitzen wie beispielsweise beim Einschalten der Milchroboter sind sofort zu erkennen.
Die Technik geht dabei immer weiter. Fortlaufend werden neue Möglichkeiten erforscht. (Link Aktuelles)
 

So wurde erst kürzlich ein neuer Sonnenboiler auf dem Dach installiert. Auch das bei der Milchkühlung erzeugte Warmwasser wird im Betrieb weiterverwendet. Im Stall des Landguts laufen gleichzeitig die Vorbereitungen für die Installation energiesparender LED-Lampen auf vollen Touren. Zu einem späteren Zeitpunkt soll eventuell – in Zusammenarbeit mit Alliander – noch eine kleine Brennstoffzelle hinzukommen. Alliander und Flinth suchen aktuell gemeinsam nach Möglichkeiten, um das System weiter zu entwickeln. Durch diese Maßnahmen ist  ’t Spieker unter dem Strich energieunabhängig. Und das lohnt sich.
 

Solarkessel Lagerung Technik Solarkessel

Zukunft
Die Zukunftsvision: Geladene Elektrolyte tanken beim Photonenbauern. Die Vanadiumlösung in der Batterie ist pumpbar und kann auch in mobilen Systemen eingesetzt werden, beispielsweise in Betriebsfahrzeugen und sogar in Autos. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis es soweit ist. Das VRB-System ist kostspielig und die Energiedichte der Vanadiumlösung relativ gering. Borgman: „Bei den heutigen Energiepreisen ist der kommerzielle Vorteil nicht besonders groß. Außerdem hat die Batterie die Größe eines Containers. Sie passt weder in ein Haus noch in ein Auto hinein. Als Reserve oder bei einem Stromausfall ist das System allerdings durchaus interessant.  Steigt der Strompreis langfristig wieder an, wächst damit auch die Attraktivität der Batterie.“

Weitere Informationen über den Photonenbauer finden Sie im Conceptwijzer von Innovatienetwerk.